Aztekenreich: Untergang


Aztekenreich: Untergang
Aztekenreich: Untergang
 
Der Niedergang des Aztekenreiches hatte neben der europäischen Invasion innenpolitische Gründe; außerdem spielte der tiefe Glaube an Gottesmythen und schicksalhafte Entwicklungen eine große Rolle. Den zahlreichen Göttergestalten, die die aztekische Religion kennt, wurden Menschenopfer dargebracht. In dieser tief verwurzelten Mystik war auch der Glaube verankert, der Priesterkönig Quetzalcoatl würde eines Tages wieder aus dem Osten erscheinen und das Regiment der blutigen Götter beenden. Das tragische Missverständnis, in Cortés den wiederkehrenden Quetzalcoatl zu sehen, und die Annahme einer Bestimmung zum Untergang waren weit verbreitet und begründen zum Teil die fehlende Widerstandskraft, die den spanischen Eindringlingen entgegengesetzt wurde.
 
Die Konquistadoren unter Hernán Cortés (1485-1547) landeten 1519 am Rio Tabasco, von wo sie zur Hauptstadt des Aztekenreiches, Tenochtitlán, zogen. Moctezuma II. sah in den Eroberern die neuen Herren, deren Herrschaft er sich fügen zu müssen glaubte. Am 14. November ließ Cortés den Herrscher gefangen nehmen, der im Frühjahr 1520 möglicherweise durch die Azteken selbst ermor det wurde. Cortés wandte sich nun gegen eine von seinem Oberbefehlshaber Velázquez gegen ihn ausgesandte Armee, da Cortés seinen Auftrag der Erkundung des Aztekenreiches längst eigenmächtig erweitert hatte. Er besiegte die Truppen Velázquez' und eroberte am 13. August 1521 Tenochtitlán. Cortés wurde 1522 zum Generalkapitän und Statthalter von Neuspanien ernannt; den letzten Aztekenherrscher Cuauhtémoc (1520/21) ließ er im Februar 1525 hinrichten.
 
Ohne erhebliche militärische Hilfe der Totonaken, die lange der Willkür der aztekischen Steuereinnehmer ausgesetzt waren und große Bereitschaft zeigten, gegen die Azteken zu kämpfen, hätte es kaum gelingen können, das Aztekenreich zu erobern. Neben den Totonaken waren es die Bewohner des Stadtstaates Tlaxcala sowie andere mexikanische Völkerschaften wie die Otomi, die Cortés' Heer militärisch unterstützten und mit Lebensmitteln versorgten. Diese Gruppen genossen später Privilegien und besondere Freiheiten. Bei schweren und äußerst verlustreichen Kämpfen zwischen den Azteken und den Spaniern sollen allein bei der Eroberung der Hauptstadt 200000 Menschen ermordet worden sein.

Universal-Lexikon. 2012.

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